Im Projektprozess entstanden in den Kontexten Bewegungsförderung und Psychische Gesundheit verschiedene Materialien und ein Schulungskonzept. Diese „bewegenden Produkte“ wurden aus konkreten Bedarfen heraus entwickelt, sind erprobt und stehen teilweise auch nach Projektabschluss für Interessierte zur Verfügung. Entsprechende Hinweise zu Bezugs-, Download- oder Buchungsmöglichkeiten finden Sie bei den jeweiligen Produkten.
Bewegungskartenspiele „3 bewegt!“ und „3 bewegt – jetzt erst recht!“
Zehn bunte Kartensets erläutern sportliche Übungen für jede Körperregion in drei Schwierigkeitsstufen in Bild und Wort.
Ziel der Spiele für je 2-4 Personen ist es, die zusammengehörigen Sets reihum zu sammeln, vollständig abzulegen und dabei die auf den Spielkarten abgebildeten Übungen auszuführen.
Die Spielvariante „3 bewegt – jetzt erst recht!“ ist vor allem für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet, da die hier gezeigten Bewegungsimpulse mehrheitlich auch gut im Sitzen ausgeführt werden können.
Die abgebildeten Models kommen aus unterschiedlichen Regionen Thüringens und haben die Entstehung der Spiele ehrenamtlich unterstützt.
Sie stehen stellvertretend für die vielen Möglichkeiten und Motivationslagen, um sich bis ins hohe Alter gesundheitsförderlich zu bewegen.


Neben der Nutzung als Schulungsmaterial wird das Spiel auf Anfrage mit einer Limitierung von je einem Spiel pro Person kostenfrei abgegeben.
Interessierte können sich hierfür an die AGETHUR wenden. info@agethur.de
Schulung Bewegungsbegleiter
Die im Projekt „Bewegung und Begegnung im Quartier“ (BeBeQu) entwickelte Schulung zum Bewegungsbegleiter bzw. zur Bewegungsbegleiterin soll den Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Bewegungsimpulse für ältere Menschen durch ein wohnortnahes Angebot unterstützen.
Bewegungsbegleiter organisieren einfache, regelmäßige und kostengünstige Bewegungstreffs ohne verpflichtenden Charakter (Mitgliedschaft, Verträge etc.). Dadurch können sie perspektivisch eine Brücke zwischen älteren wenig bewegungsaffinen Menschen und verbindlicheren Strukturen, z. B. bei ansässigen Sportvereinen oder anderen festen Kursstrukturen bilden. Bewegungsbegleiter können dabei sowohl selbstorganisiert oder auch im Rahmen kommunal gesteuerter oder vereinsmäßig organisierter Angebote tätig werden.
Für die Realisierung derartiger Einstiegsangebote benötigen Bewegungsbegleiter keine Lizenzierung durch die Strukturen des organisierten Sports.
Sie benötigen primär Bewegungsfreude und Offenheit für andere Menschen. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist z. B. gut für Menschen geeignet, die sich in der Nacherwerbsphase praxisnah und sinnstiftend in ihrem Umkreis engagieren möchten.


Die eintägige Schulung vermittelt Inhalte zur Planung, Organisation und Umsetzung von Bewegungstreffs.
Es werden theoretische Kenntnisse zu folgenden Aspekten erworben:
- körperlichen Veränderungen im Alter (z. B. Herz- Kreislaufsystem, Bewegungsapparat, Wahrnehmungsfähigkeiten)
- Kommunikation mit der Dialoggruppe
- Verhalten im Notfall
- Strukturierung von Bewegungsimpulsen (Erwärmung, Hauptteil, Schlussteil)
- Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des Bewegungsangebots
Im praktischen Teil werden Übungen für Drinnen und Draußen ausprobiert und es wird besprochen, worauf es bei der fachlichen Anleitung solcher Übungen in einer Gruppe ankommt.
Die Schulung wird in zwei Varianten angeboten:
Die Schulung Bewegungsbegleiter 1.0 soll interessierte und engagierte Personen zur Anleitung eines Angebotes ermutigen und Sicherheit im Umgang mit der Dialoggruppe schaffen. Dementsprechend liegt der Fokus in dieser Schulung auf der Dialoggruppe. Es wird intensiv auf die Kommunikation mit älteren Menschen eingegangen.
Die Schulung Bewegungsbegleiter 2.0 hat eine ähnliche Zielstellung, jedoch vertieft dieses Schulungskonzept zusätzlich die Themen Achtsamkeit und den Umgang mit Stress und beleuchtet die damit verbundene Stärkung der mentalen Gesundheit intensiver.
Die Schulungen werden vom Landessportbund Thüringen angeboten.
https://www.thueringen-sport.de/unsere-themen/bildung/?L=0
Kostenfreie Broschüre: Psychische Gesundheit im Alter stärken
Die Stärkung mentaler Gesundheit und die Entstigmatisierung psychischer Gesundheitsprobleme sind in den letzten Jahren immer mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychische Gesundheit als einen „Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann.“ (World Health Organization, 2019).
Psychische Erkrankung treten altersunabhängig auf. Mittlerweile ist auch ungefähr ein Viertel der Bevölkerung im höheren Lebensalter davon betroffen. Trotz der gestiegenen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit für das Thema stellen psychische Erkrankungen und psychische Gesundheit älterer Menschen sowohl für Betroffene als auch für Angehörige oft noch Tabu-Themen dar.
Die im Projekt „Bewegung und Begegnung im Quartier“ entstandene, kostenfrei zu beziehende Broschüre „Psychische Gesundheit im Alter stärken“ (hrsg. 2021) soll einen Beitrag dazu leisten, sich in leicht verständlicher Form über das Thema zu informieren sowie bei Bedarf professionelle Unterstützung zu finden .
Die Beiträge enthalten u.a. Themen wie:
- Was ist für die psychische Gesundheit wichtig? Strategien für einen positiven Umgang mit sich selbst.
- Bewegung und psychische Gesundheit
- Hilfen bei psychischen Erkrankungen
Bezugsmöglichkeit für die Broschüre „Psychische Gesundheit im Alter stärken“ über: info@agethur.de
Kostenfreie Leseheftchen
Während der Corona-Lockdowns wurden im Projekt „Bewegung und Begegnung im Quartier“ sogenannte „Mitmachhefte“ entwickelt, um ältere Menschen trotz der geltenden Kontaktbeschränkungen über das Projekt zu informieren und zu regelmäßiger Alltagsbewegung anzuregen.
Die Erfahrung zeigte auch nach Aufhebung der Kontaktbeschränkungen, dass solche Leseheftchen, die kostenfrei an zentralen Stellen der Lebenswelt älterer Menschen (Bäcker, Supermarkt, Apotheke, Friseur, Arztpraxen etc…) ausliegen oder über Netzwerkpartner (Stadtverwaltung, Seniorenbegegnungsstätten usw.) verteilt werden, eine gute Möglichkeit sind, Menschen zwanglos zu erreichen. Vor allem für zurückgezogen lebende Menschen, kann dieses Format ein erster Schritt sein, auf Maßnahmen der kommunalen Bewegungsförderung aufmerksam zu machen.
Zentral bei der Erstellung der Leseheftchen erschien den Projektbeteiligten:
- ein regionalere Bezug der Heftinhalte, um Beliebigkeit zu vermeiden und Identität zu stiften (z. B. durch Fotos, regionale Spaziergehrouten)
- Informationen über den Zusammenhang von Alltagsbewegung und Gesundheit
- Hinweise zur seelischen Gesundheit (z. B. Tipps zum Umgang mit Einsamkeitsgefühlen)
- Werbung für regionalspezifische Bewegungs- und Begegnungsangebote (auch regionaler Netzwerkpartner des Projektes)
- geistige Anregungen in Form von Rätseln und Gewinnspielspielen
Praktische Hinweise zu Gestaltung + Kosten:
- im Sinne einer konsistenten Öffentlichkeitsarbeit empfiehlt sich ein wiedererkennbares Layout und Format
- bei Farbauswahl, Schriftgröße und Kontrasten auf besonders gute Lesbarkeit achten (nicht jeder Kontrast, der am Bildschirm „knallig“ wirkt, ist auch gedruckt gut lesbar)
- Druckkosten für ein 12-seitiges A-5-Heft (vollfarbig) lagen im Projekt bei ca. 1 €/Heft
Hitzeschutz-Atlas
Die Zahl der Hitzetage über 30 Grad Celsius hat in Thüringen deutlich zugenommen, insbesondere in städtischen Regionen. Ältere Menschen sind als vulnerable Gruppe besonders von hitzebedingten Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit betroffen.
Vor diesem Hintergrund liegt es in der Verantwortlichkeit von Kommunen, Alltagsbewegung an heißen Tagen gesundheitlich risikoärmer zu ermöglichen. Hinweise zu einer entsprechenden Stadtentwicklung finden sich u.a. in der Kommunalen Hitze-Toolbox Thüringen.
Im BeBeQu-Projekt wurde in diesem Zusammenhang beispielsweise ein Hitzeschutz-Atlas für eine Modellkommune erarbeitet. Auch andere Orte in Thüringen haben begonnen, entsprechende Broschüren zur Verfügung zu stellen. Hier werden die schattigsten und kühlsten Plätze verzeichnet, Hinweise zu Verhaltensweisen und Kontaktmöglichkeiten bei extremer Hitze gegeben sowie eine Übersicht der Orte aufgelistet, an denen im Stadtgebiet kostenfrei Trinkwasser erhältlich ist.