Infostände mit Wunschboxen
Bewegungsräume können selbstverständlich nicht nur im Rahmen validierter Erhebungsbögen bewertet, Wünsche und Vorschläge nicht nur mit standardisierten Tests erfragt werden.
Auch individualisierte, methodisch eher unkontrollierte Verfahren können zur Bedarfserhebung angewendet werden, z. B.
- als Einstieg/Vorbereitung in eine spätere komplexere Befragung
- um die Zielgruppe der Befragten so einfacher/direkter zu erreichen als über Print- und Online-Zugänge
- um zumindest Informationen zu Einzelaspekten in Erfahrung zu bringen
- um im direkten Austausch auch Nachfragen stellen zu können bzw. bereits vorhandene Informationen direkt weiterzugeben
- um der Bedarfserhebung bzw. dem damit verbundenen Vorhaben ein „Gesicht“ zu geben
Die Erfahrungen im BeBeQu-Projekt haben gezeigt, dass im öffentlichen Raum beispielsweise ein Infostand auf einem regelmäßig stattfindenden Wochenmarkt eine gute Grundlage für partizipative Prozesse darstellt.
Neben dem Sichtbarmachen des Vorhabens durch ein wiedererkennbares Design (im Sinne von Corporate Identity) werden persönliche Kontakte geknüpft, wird das Netzwerk erweitert und es können Informationen über den aktuellen Stand bzw. den Fortschritt bestimmter Aktivitäten gegeben werden.
Zur Erfassung bestimmter Themen bieten sich neben Gesprächen auch „Wunschboxen“ an. Mit 1-2 kurzen, prägnanten Fragen und der Möglichkeit, diese direkt vor Ort zu beantworten oder aber offenen Formulierungen wie: „Was wünschen Sie sich, um Ihre Bewegungsfreude zu steigern?“ lassen sich zeitnah Rückmeldungen oder Stimmungsbilder der Zielgruppe einholen.
Zu beachten ist, dass diese Art der Bedarfserhebung primär vorbereitend bzw. ergänzend zu anderen Methoden angewandt werden sollte, da die dabei erzielte Datengrundlage sehr individuell ist. Besonders bei dieser Form der Bedarfserhebung gilt, dass nicht jedes artikulierte Einzelbedürfnis einem tatsächlichem Bedarf entspricht, dem nachzugehen wäre. Ein aussagekräftiges Gesamtbild entsteht am besten im Rahmen eines Methoden-Mixes.